Hier erklären wir Ihnen wichtige Fachbegriffe aus dem Bereich der Hygiene. Die Begriffe finden Sie unter dem jeweiliegen Anfangsbuchstaben alphabetisch sortiert.
A0-Wert:
A0 -Werte sind dazu da, um für bestimmte Desinfektionstemperaturen die entsprechenden Einwirkzeiten abzuleiten; für den Wirkungsbereich A (vegetative Bakterien und Pilze) ist z.B. ein A0-Wert von 600 erforderlich, d.h. bei 80 °C sind 10 Minuten Einwirkzeit erforderlich; soll auch Wirkungsbereich B (Viren) einschließlich HBV und HIV erfasst werden, beträgt der A0-Wert 3000, und es muss eine Einwirkzeit von 5 Minuten bei 90 °C gewählt werden.
Active-Power-Prinzip:
Synergieeffekt zwischen den Wirk- und Hilfsstoffen eines Desinfektionsmittels der bewirkt, dass bei minimalem Wirkstoffeinsatz eine optimale mikrobizide Wirkung erreicht wird. Vorteile: bessere Material- und Umweltverträglichkeit sowie optimale Anwenderakzeptanz.
Adenovirus:
Adenoviren sind kleine unbehüllte DNA-haltige Viren.Adenoviren werden in zwei Gattungen unterteilt: die Mastadenoviren, die Säugetiere infizieren können und die Aviadenoviren, die in verschiedenen Vogelarten endemisch sind. Sie verursachen etwa 5-5% aller Erkältungskrankheiten. Obwohl sie hauptsächlich harmlose Erkrankungen auslösen, treten sie auch als Erreger von gravierenderen Krankheiten wie Bronchitis und Hepatitis auf.
Aerob:
Eigenschaft von Organismen, die Sauerstoff zum Leben brauchen.
Aerosol:
Nebelförmige Verteilung fester oder flüssiger Stoffe in der Luft.
Atzalkalien:
Wässrige Lösungen der Hydroxide der Alkalimetalle; im allgemeinen Natrium und Kalium (= Natron- oder Kalilauge).
AIDS:
Acquired Immune Deficiency Syndrom (deutsch: Erworbenes Immun-Mangel-Syndrom).
AK-BWA:
Arbeitskreis Bettgestell- und Wagen-Dekontaminationsanlagen.
AKI:
Arbeitskreis Instrumenten-Aufbereitung.
Aktivchlor:
Wirksamer Anteil des im Desinfektions- oder Bleichmittel enthaltenen Chlors.
Aldehyde:
Alkoholus dehydrogenatus; Kohlenstoffverbindung mit der charakteristischen funktionellen Gruppe R-CHO. Aldehydische Desinfektionsmittel werden vorzugsweise im Krankenhausbereich zur Flächendesinfektion, in Risikobereichen, zur Tauchdesinfektion von Instrumenten und Utensilien sowie für chemisch-thermische Aufbereitungsverfahren für thermolabile Geräte wie z.B. Bettgestelle, Kunststoff- und Gummiteile, flexible Endoskope etc. eingesetzt. Dabei werden zur Erreichung synergistischer Effekte Kombinationen verschiedener Aldehyde eingesetzt, vorzugsweise Glutaraldehyd, Glyoxal und Formaldehyd.
Mikrobiologisches Wirkungsspektrum und Ökologie:
Aldehydische Desinfektionsmittel haben je nach Formulierung gute bakterizide, fungizide und virusinaktivierende Eigenschaften. Im Vergleich zu Aktivchlor und Aktivsauerstoff ist die Wirkungskinetik verlangsamt. Desinfektionsverfahren auf Aldehydbasis werden üblicherweise zwischen pH 5 und pH 8 durchgeführt, entsprechend liegen auch die Abwässer in diesem Bereich. Aldehyde sind leicht abbaubar und i.d.R. sehr materialschonend.
Alkohole:
Chemische Bezeichnung: Alkanole; Kohlenstoffverbindung mit der charakteristischen funktionellen Gruppe R-OH. Die wichtigsten Alkohole in Desinfektions- und Reinigungsmitteln sind Ethanol und Propanol (n- und iso-Propanol). Alkohole, wie z.B. Äthylalkohol oder Propylalkohol sind wichtige Wirkstoffgrundsubstanzen vieler Desinfektionsmittel. Alkohole haben keine sporiziden Eigenschaften, deshalb muss Alkohol vor dem „In-Verkehr-Bringen” als Desinfektionsmittel sporenfrei filtriert oder sterilisiert werden.
Allergie:
Krankhafte Überempfindlichkeit gegenüber körperfremden Stoffen (Antigene), die durch die Bildung von Antikörpern ausgelöst wird.
AMG:
Arzneimittelgesetz — Gesetz zur Regelung des Verkehrs mit Arzneimitteln; insbesondere sind darin Bestimmungen enthalten die die Qualität, Wirksamkeit sowie Prüfung, Zulassung und Verschreibung betreffen.
Amine:
Abkömmlinge des Ammoniaks (NH3). Man unterscheidet zwischen primären (R-NH2), sekundären (R2NH) und tertiären Aminen (R3N). Einige Amine haben eine umfangreiche mikrobizide Wirkung und werden in Desinfektionsmitteln eingesetzt.
Amphoter:
Von amphoteros (griechisch) = beide Seiten. Amphotere Substanzen sind z.B. Stoffe, die sowohl als Säure als auch als Base reagieren können. Amphotere Tenside sind solche, die je nach pH-Wert entweder wie ein anionisches Tensid oder wie ein kationisches Tensid reagieren können.
Anaerob:
„Ohne Luft”; anaerobe Mikroorganismen wachsen nur in Abwesenheit von Sauerstoff; obligate Anerobier: für diese ist Sauerstoff giftig. Fakultative Anerobier: können auch bei Anwesenheit von Sauerstoff leben.
Anion:
Negativ elektrisch geladenes Teilchen.
Antibiotika:
Arzneimittel zur Bekämpfung von Krankheitserregern.
Antigen:
Chemische Strukturen, die vom Immunsystem als körperfremd erkannt werden. Sie rufen im betroffenen Organismus die Bildung von Antikörpern hervor und besitzen die Fähigkeit, mit diesen zu reagieren.
Antikörper:
Antikörper sind Proteinmoleküle, die spezifische Antigene erkennen können und an diese binden. Hierdurch können körperfremde Stoffe erkannt und vernichtet werden.
Antimikrobiell:
gegen Mikroorganismen (wirkend).
Antiseptikum:
Arzneimittel, das Krankheitserreger auf lebendem Gewebe, wie z.B. der Haut bekämpft.
Antiseptisch:
Gegen Infektionen; verhindert die Vermehrung von Mikroorganismen.
Anwendungskonzentration:
Für Reinigungs- und Desinfektionsmittelkonzentrate müssen verschiedene Anwendungskonzentrationen hergestellt und berechnet werden, die je nach Anwendungsgebiet variieren.
AOX:
Adsorbierbare organisch gebundene Halogenverbindungen (X).
Arzneimittel:
Stoffe oder Zubereitungen, die dazu bestimmt sind, durch Anwendung am oder im Menschen oder tierischen Körper Krankheitserreger, Parasiten oder körperfremde Stoffe abzuwehren, zu beseitigen oder unschädlich zu machen. Hände-, Haut-, Schleimhaut- und Wunddesinfektionsmittel (Antiseptika) sind in Deutschland zulassungspflichtige Arzneimittel.
Aseptisch:
Keimfrei; frei von lebenden Organismen.
Aspergillus:
Kolben- oder Gießkannenschimmel. Einige Arten kommen als Krankheitserreger vor, z.B. Aspergillus flavus, Aspergilus fumigatus, Aspergillus niger.
ATP:
Adenosintriphosphat.
ATP-Richtlinie:
(Attachment Technical Process) In unregelmäßigen Abständen werden im Gefahrstoffrecht Anpassungen an den Stand der Technik durchgeführt. Die Anpassungen werden durchnummeriert und in Form von Richtlinien veröffentlicht. Derzeit aktuell ist die 28. ATP (Stand 01.07.02), die sich u.a. mit der umweltschädigenden Wirkung von Zubereitungen und deren entsprechenden Kennzeichnung befasst.
Autoklav:
Apparat zur Sterilisation mit gesättigtem, gespannten Dampf.
AWK:
Abkürzung für Anwendungskonzentration.
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02. Februar 2012, 15:55 Uhr
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Stand: 06-Feb-2012, 08:20 AM
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